Quartiersmanagement Mariannenplatz - Berlin

Lebensmittel retten, Nachbarschaft vernetzen

Foodsharing im Mariannenkiez – Zum Tag des Ehrenamts schnippelten zahlreiche Ehrenamtliche und NachbarInnen im AWO Begegnungszentrum gespendetes Obst, das bereits für die Tonne bestimmt war. Die LebensmittelretterInnen kreierten allerlei Leckeres aus den Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Beeren: Kuchen, Obstsalat, Marmeladen und Kompotts standen auf dem Tagesplan. Initiiert wurde die gemeinsame Aktion vom QM geförderten Projekt „Stärkung des Umweltbewusstseins und der Verantwortungsübernahme“ von Yeşil Çember gGmbH (Gülcan Nitsch) und den Abteilungen Migrantensozialdienste (Susanne Koch) und Gemeinwesenarbeit der AWO (Filiz Müller-Lenhartz). Yeşil Çember macht mit dieser Veranstaltung auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam und gab konkrete Tipps, wie man umweltbewusster leben kann.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir für deinen Kiez wünschst!“

Die fleißigen Ehrenamtlichen und Gäste aus verschiedensten Ländern, wie Polen, Serbien, Italien, Spanien, Iran, Türkei, Bosnien, Kroatien und Deutschland, zerschnippelten Obstspenden von mehreren GartenbesitzerInnen, aber auch von Supermärkten, welche das Obst bereits aussortieren mussten. Hierfür seien häufig strenge EU-Regeln verantwortlich, die es verbieten, nicht perfekte, aber dennoch sehr gute Lebensmittel zu verkaufen, erläutert Gülcan Nitsch von Yeşil Çember. Der Infostand mit zahlreichen Materialien lockt einige BesucherInnen an. Neben einem Verschwendungs-Quiz gibt es wichtige Verbraucherfakten und praktische Tipps, wie man nachhaltiger konsumieren kann. Im Nebenraum kann man sich bei einer Filmvorführung wichtige Hintergrundinformationen einholen. Wichtig ist Gülcan Nitsch, dass Menschen für das Thema sensibilisiert werden und mit anwendungsorientiertem Wissen nach Hause gehen können. Gerade die Kleinen müssten früh an das Thema herangeführt werden.

Deshalb sind im Rahmen des QM-Projekts verschiedene Aktionen geplant. Mit Einzelberatung in Bildungseinrichtungen im Kiez, wie z.B. den Kitas und Kindergärten oder der Naunynritze, will Yeşil Çember gezielt informieren. Das Angebot kann auf Deutsch, Türkisch und Arabisch stattfinden. Außerdem wird es bald die Multiplikatorenschulung geben: Alle, die Lust darauf haben, können UmweltbotschafterIn im Kiez werden! An den Schulungsterminen erfahren die Interessierten viel praktisches Wissen über Energie, Wasser und Abfall. Das Projekt ist eine Kooperation mit Kotti e.V. und somit ebenfalls an verschiedenste Zielgruppen gerichtet. Weitere Aktionen, wie einen Infostand auf dem Sperrmülltag der degewo, sind geplant. Bleiben Sie gespannt, denn Yeşil Çember wird Ihnen in den nächsten Monaten noch häufiger begegnen.

Der Bezirksstadtrat begrüßt die gemeinschaftliche Aktion

Auch wenn die Ehrenamtlichen, die an der Aktion teilnahmen, das ganze Jahr über aktiv sind, wurden sie an diesem Tag doch noch einmal besonders gewürdigt. Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler (DIE LINKE, Abteilung Arbeit, Bürgerdienste, Gesundheit und Soziales) begrüßte die Anwesenden persönlich und ehrte die Initiative, sich für ein gestärktes Umweltbewusstsein und gegen Lebensmittelverschwendung im Kiez einzusetzen. Wenn alle an diesem Abend mit einem geschärften Bewusstsein nach Hause gingen und an ihr Umfeld weitertragen würden, brächte das schon sehr viel – so der Stadtrat. Benjamin Eberle, Leiter des Begegnungszentrums und Vertreter im Quartiersrat Mariannenplatz, bedankte sich ebenfalls beim großartigen Engagement der Beteiligten und ihren TeamleiterInnen.

Im Begegnungszentrum der AWO sind unterschiedlichste Gruppen regelmäßig aktiv, erklärt Filiz Müller-Lenhartz, die hier für die Gemeinwesenarbeit zuständig ist. Es gibt verschiedene muttersprachliche Projektgruppen, aber vor allem auch viele gemeinsame, generationenübergreifende Arbeitstreffen und Fortbildungen. Von Akademikern bis Analphabeten sei alles dabei, Begegnung stehe in ihrem Programm dabei immer im Mittelpunkt. Mit der Kooperation mit Yeşil Çember erreichen sie jetzt auch mehr türkischsprachige NacharInnen, was im Mariannenkiez von großer Bedeutung ist. Sowohl das Begegnungszentrum als auch Yeşil Çember sind schon bestens mit anderen aktiven Einrichtungen im Kiez vernetzt. So können viele verschiedene Zielgruppen angesprochen werden.


Alina Schütze