Quartiersmanagement Mariannenplatz - Berlin

Worum geht es im Programm „Soziale Stadt“?

Vor der Wahl des neuen Quartiersrates am 16. November hatte das Quartiersmanagement zu einer Anwohnerveranstaltung mit Informationen über die Quartiersarbeit des Programms Soziale Stadt eingeladen. Der Kreis der im Familienzentrum in der Adalbertstraße Erschienenen blieb leider recht überschaubar und beschränkte sich hauptsächlich auf einige der haupt- bzw. ehrenamtlich in die Quartiersarbeit Eingebundenen. Die Bezirks- und Senatskoordinatoren wurden diesmal auch vermisst.
Zeitgleich fand in der Oranienstraße allerdings auch eine Solidaritätsaktion der ORA35  statt, bei der ansässige Läden ihre Schaufenster verhängten, um gegen die zum Teil existenzbedrohenden Gewerbemietsteigerungen zu protestieren. Grundsätzlich sei es eben auch nicht einfach, Anwohner*innen für ehrenamtliche Quartiersarbeit zu aktivieren, so Yasemin Kahraman-Schweckendieck vom QM. Sie ist derzeit im Kiez viel unterwegs, um Werbung für die bevorstehende Neuwahl des Quartiersrates zu machen.

Worum es im Programm Soziale Stadt geht und welche Ziele das Quartiersmanagement hat, stellten Belinda Hanke, Rebekka Maul und Yasemin Kahraman-Schweckendieck vom Quartiersmanagement anschaulich mit einer Präsentation des IHEK vor. Das Integrierte Handlungs-und Entwicklungskonzept, das aktuell vom QM fortgeschrieben wurde, ist faktisch die Grundlage der Quartiersarbeit.

Gegenüber 2007, dem Beginn des QM-Förderzeitraumes, hat sich der Mariannenkiez statistisch gesehen in einigen sozioökonomischen Daten positiv entwickelt. Der Anteil der Bezieher*innen von Transfereinkommen ist beispielswiese von 52,8 % auf 39,3 % sowie der Arbeitslosenanteil von 11,5% auf 8,6 % gesunken. Allerdings kann dies auch teilweise durch nicht wünschenswerte aufwertungsbedingte soziale Verdrängung begründet sein. In den vergangenen Jahren ist das Gebiet mit öffentlichen Mitteln stark aufgewertet worden. So wurden wichtige soziale Einrichtungen, wie Nachbarschaftstreffs und Schulen, umfassend saniert.

Die aktuellen Handlungsfelder der Quartiersarbeit konzentrieren sich auf mehrere Themenbereiche. Im Bildungsbereich ist das Bildungsnetzwerk am Mariannenplatz für die Konzipierung von passgenauen Projekten zuständig. Wichtige Ziele sind u.a. der Ausbau der Kitaplätze für gestiegenen Betreuungsbedarf, gute Übergänge der Schullaufbahn, Vernetzung der Bildungseinrichtungen sowie Maßnahmen zur Stärkung der Eltern.

Im öffentlichen Raum zielen verschiedene Maßnahmen darauf, die Aufenthaltsqualität im Mariannenkiez zu verbessern: Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Aufwertung der Spielplätze. Arbeit und Wirtschaft ist im QM Mariannenplatz ein vergleichsweise kleines Handlungsfeld. Das lokale Gewerbe hat wenig Zeit für Engagement, erklärt Halis Sönmez, der als Gewerbevertreter im Quartiersrat aktiv ist.
Die Förderung einer stabilen Nachbarschaft, das klassische QM - Aufgabenfeld, spielt in der Quartiersarbeit im Mariannenkiez eine große Rolle. Gemeinschaftliche Treffen von Anwohner*innen scheinen heute weniger spontan stattzufinden, was möglicherweise auch mit der spürbaren Zunahme des Tourismus im Kiez zusammenhängt. Von daher sind z.B. Nachbarschaftstreffpunkte oder andere Angebote zur Begegnung für organisierte Treffen besonders wichtig.

Mit dem Ausblick auf die Wahl der Bewohnergremien am Donnerstag, den 16. November im Familienzentrum warb das QM-Team zum Ausklang für Mitstreiter*innen für den Kiez! Mehr Infos siehe unten bzw. ausführlich im IHEK.